100 Jahre TV 1905 Streichen e.V.

 

(gegründet als "Turnverein Frisch Auf Streichen")

 

…der Verein  …seine Geschichte  …eine Erfolgsstorie

Im Jahr 1905 beschlossen 17 Turner in Streichen einen eigenen Turnverein zu gründen. Sie wollten sich sportlich betätigen und sich im sportlichen Wettkampf mit anderen Vereinen auf den verschiedenen Turngauveranstaltungen beweisen.

Initiator und treibende Kraft war Albert Wentsch (aus seiner Familie lebt heute in Streichen nur noch seine Tochter, Helene Schatz, auch Wentscha-Helene genannt). Albert Wentsch wurde der erste Vorsitzende des neu gegründeten Vereines.

Der Verein nannte sich bei der Gründung „Turnverein Frisch Auf Streichen“

Mit Albert Wentsch begann eine Kontinuität der Vorstände des Vereines. In ihren jeweiligen Amtsperioden prägten sie den Verein, das Vereinsleben und die sportlichen Angebote. Die Vereinsgeschichte möchten wir deshalb an diesem Phänomen festhalten, denn nur 10 Vorstände in 100 Vereinsjahren prägten die Geschichte.

 

Die Amts-Periode von Albert Wentsch war von 1905 -1906 die kürzeste aller Vorstände. Doch die wichtigen Weichen für einen erfolgreichen Verein wurden unter seiner Regie gestellt.

 

In den Gründungsjahren standen

 

- Turnen an Geräten und am Boden

- Leichtathletik, mit der Streichener Spezialität des Waldlaufes

 

im Vereinsprogramm.

Allerdings nur für Männer, der Frauensport war zu dieser Zeit noch verpönt und musste noch nahezu 50 Jahre bis zur Aufnahme in das Vereinsangebot warten. Kindern und Jugendlichen wurde in den Gründungsjahren Turnunterricht erteilt. Neben den Herren durften auch die Kinder an sportlichen Vergleichen des Turngaues teilnehmen.

Von 1907 bis 1929 übernahm Johannes Götz die Vereinsführung. Unter seiner Regie entwickelte sich langsam und mühevoll der noch junge Verein.

1908 wurde die erste Vereinsfahne angeschafft und mit einem Fest auf dem Göbelsberg eingeweiht. Die Übungsabende wurden bei guter Witterung auf einer Wiese hinter dem Hagenwäldle (frühere „Strasse nach Zillhausen“, in der Verlängerung zur heutigen Göbelsbergstrasse) abgehalten.

Bei schlechter Witterung und im Winter wurden die Übungsabende in den Saal des Gasthauses Waldhorn verlegt.

Die zur Verfügung stehenden Geräte waren sehr einfach: Reck, Ringe, Pferd und eine Turnmatte. Weitere Sportgeräte konnten aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel nicht angeschafft werden. Doch wichtiger als alle Gerätschaft war der Idealismus und die Pflege der Kameradschaft. Und diese schon früher ausgeprägten Merkmale sind bis heute erhalten geblieben. Schon in den Gründungsjahren wurde das Praktische mit dem Nützlichen verbunden. Nach den Übungsstunden wurde durch den Wechsel vom Waldhornsaal in die Waldhornwirtschaft die Kameradschaft gepflegt.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich neben dem Turnangebot die Leichtathletik. Waldläufe waren bis Ende der 30er Jahre eine starke Domäne, wie auch die verschiedenen Mehrkampfsportarten. Bei den jährlichen Turnfesten des Turngaues konnte der „Frisch Auf“ schon in den Anfangsjahren mehrmals den Gausieger im Deutschen Zwölfkampf stellen. Ebenso konnten sich zahlreiche Sportler, auch in Einzeldisziplinen durch gute Platzierungen auszeichnen.

In einer Übergangsphase leitete dann Adolf Götz, Inhaber des „Tante Emma Ladens“ und der Post in Streichen von 1929 bis Anfang 1933 die Geschicke des Vereines. Adolf Götz konnte die Arbeit seiner Vorgänger weiter stabilisieren und ausbauen.

Ab 1933 übernahm Albert Luppold (Vater unseres Ehrenmitgliedes Gretel Henle und Opa unseres jetzigen Finanzverwalters Ralph Henle) das Vereinsschiff. Er führte den Verein bis 1945. In seine Vorstandszeit fiel der größte Aufschwung des Vereins, bedingt durch den 2. Weltkrieg aber auch das größte Tief.

Im Jahr 1934 erhielt Streichen endlich seinen ersten eigenen Sportplatz an der „Krummen Steige“ (rechts vom Verbindungssträßle nach Balingen vor der Einfahrt in den Wald). Schule und Sportverein hatten nun einen ebenen, wenn auch einen mit etwas Gefälle behafteten Sportplatz. Mit diesem Sportplatz nahmen die Übungsstunden nun einen anderen Verlauf. Es konnte besser trainiert und damit auch die sportlichen Leistungen gesteigert werden.

Mit dem neuen Sportplatz hielten in Streichen auch die Höhensportfeste ihren Einzug. Die Turner und Leichtathleten aus der näheren und weiteren Umgebung trafen sich in den 30er Jahren mehrfach bei diesen Festen zu ihren Gaumeisterschaften. Hier konnten sich besonders die Leichtathleten aus Streichen im Waldlauf auszeichnen. Viele Einzelsiege, fast Seriensiege bei den Mannschaften, konnten sich die Sportler an die Vereinsfahne heften. Auch die Turner erzielten sehr respektable Ergebnisse.

Am 23.10.1934 brannte das Vereinslokal „Waldhorn“ bis auf die Grundmauern ab. Mit verbrannt sind die Vereinsfahne, alle Urkunden, Fotos und Sportgeräte. Gerettet werden konnte lediglich die Spitze der verbrannten Fahne. Ein herber Schlag für den Verein. Die ideellen Werte konnten nicht mehr ersetzt werden. Finanziell bekam der Verein Probleme mit der Wiederbeschaffung einer Fahne und dem Kauf neuer Sportgeräte.

1935 etablierte sich mit dem neuen Sportplatz auch der Handball als weiteres starkes Standbein des Vereins. Dieses Standbein kann in diesem Jahr (2005) sein 70-jähriges Bestehen feiern. Gespielt wurde damals auf dem Großfeld, einer heute nahezu ausgestorbenen Spielart des Handballs. Vordere Plätze in den früheren Punktespielen des Handballkreises zeichneten die Handballhochburg Streichen aus.

Doch die Bedingungen für Spieler und Zuschauer waren nicht einfach. Zu Fuß wurden Auswärtsspiele, wie z.B. gegen Hossingen angegangen. Später gab es dann ein wenig mehr an Komfort. Man reiste jetzt mit einem LKW des Milchsammlers Max Beck. Auf der Pritsche waren Bänke montiert. Nach den Spielen wuschen sich die Spieler am Dorfbrunnen oder in einem Zuber. Trotz all dem Mühsal in den damaligen Zeiten: Ob Sieg, ob Niederlage … gefeiert wurde allemal.

Am 22.September 1935 wurde die neue Fahne im Rahmen eines Festsonntags geweiht. Mit einem großen Umzug durch Streichen, angeführt vom Spielmannszug Streichen/Zillhausen, wurde nach dem Gottesdienst auf dem Sportplatz an der krummen Steige ein Höhenfest gefeiert.

Dass die Pflege der Kameradschaft nicht nur ein bloßes Wort war, zeigte sich durch die vielen Höhenfeste und Weihnachtsfeiern. Besonders letztere hatten einen hohen Stellenwert. Bei diesen Veranstaltungen konnten den Einwohnern von Streichen mit Turnvorführungen an Geräten und Boden der Leistungsstand wenigstens einmal im Jahr vorgeführt werden. Abgerundet wurden solche Abende mit einem Theaterstück, von denen ältere Mitglieder noch heute schwärmen.

Problematisch in den ersten vierzig Jahren des Vereins waren die beiden Weltkriege, besonders der 2. Weltkrieg. Diese machten einen kontinuierlichen Aufbau immer wieder zu Nichte. Während der beiden Kriege ruhte das Vereinsleben fast vollständig. Die Sportler wurden zum Kriegsdienst eingezogen und mussten ihre Sportgeräte gegen Waffen eintauschen. Viele aktive und passive Vereinsmitglieder kamen aus den Kriegen nicht mehr nach Hause zurück oder wurden so verwundet, dass sie ihre sportliche Laufbahn beenden mussten. So dauerte es nach den beiden Weltkriegen immer wieder viele Jahre, bis die Vereinsjugend das aktive Sportleben wieder aufnehmen konnte.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auch das Vereinsleben durch die französische Besatzungsmacht vollständig zum Erliegen gebracht. Durch Dekrete wurden die Vereinsrechte größtenteils eingeschränkt, das Vereinsvermögen wurde vollständig eingezogen. Bis 1948 kamen fast so gut wie keine sportlichen Aktivitäten zu Stande. Die Zahl der Mitglieder sank auf 37, davon waren die meisten nur noch passiv dabei. Dies hätte fast zum Aus des „Frisch Auf“ geführt. Doch immer wieder fanden sich Mitglieder, die bereit waren, das Vereinsschiff wieder flott zu machen.

Mit der Lockerung der Dekrete begann 1948 der schwerbeschädigt aus dem 2. Weltkrieg heimgekehrte Idealist und frühere Vorstand Johannes Götz jr. mit dem Wiederaufbau. Leider konnte er dem Verein nur ein Jahr vorstehen, aber die ersten Impulse waren wieder vorhanden.

Die nächsten beiden Jahre setzte der spätere und langjährige Präsident des Turngaus, Karl-Otto Schwabenthan, die Aufbauarbeit gezielt fort. Stark behindert durch die immer noch bestehenden Dekrete wurde unter den widrigsten Umständen ein Trainingsbetrieb aufrecht erhalten. Allerdings nur in der Leichtathletik.

Das Turnen war generell verboten. Höhenfeste wurden dann von der Besatzungsmacht wieder erlaubt, somit konnten diese auch wieder durchgeführt werden. Auch der Feldhandball wurde genehmigt und Streichen gewann 1949 den Titel des Kreismeisters im Großfeld.

Erst im Jahr 1951 konnte der Verein wieder in das offizielle Leben gerufen werden. Die Dekrete machten aber die Umbenennung des Vereinsnamens erforderlich. So wurde in diesem Jahr der Verein in den

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umbenannt. Mit der Neugründung und Umbenennung wuchs die Mitgliederzahl auf 65 an.

1951 wurde Albert Stotz (besser bekannt als der „Metzger von Streichen“) der erste Nachkriegsvorstand des Turnvereins. Bis 1966 war er der Steuermann des Vereins.

Unter seiner Regie, anfänglich mit starker Unterstützung von Karl-Otto Schwabenthan, trug die Aufbauarbeit der Nachkriegsjahre reichlich Früchte. Dazu opferte er, aus seiner Metzgerei, in der kargen Nachkriegszeit so manches Stück Fleisch oder Wurst, um Sportler in Streichen halten zu können.

Das Turnen und die Leichtathletik wurden wieder begonnen und die Gauturnfeste wurden wieder besucht. Die Streichener Höhensportfeste, auch Heckenfeste genannt, erfreuten sich großer Beliebtheit und waren im weiten Umkreis bekannt.

Erstmals hatte der Verein im Jahr 1951 eine Frauenabteilung gegründet. Dieser Abteilung gehörten schon im ersten Jahr 14 Mitglieder an. Schon im Jahr 1953 konnte das Frauentreffen des Schwäbischen Turngaues ausgerichtet werden. Rasch entwickelte sich diese Abteilung zu einem festen Bestandteil im Vereinsleben... und die Mitgliederzahl stieg stetig an.

 Auch der Handball begann sich wieder zu etablieren, wenn es auch – nachkriegsbedingt – anfangs der 50er Jahre an Spielern mangelte.

Faustball wurde parallel zum Handball ins Leben gerufen. Doch diese Sparte hielt sich nicht lange. Zu Beginn der 60er Jahre kam für diese Sportart das endgültige Aus. Gleich erging es der 1955 gegründeten Ski-Abteilung. Der Jugend sollte die weiße Sportart nahe gebracht werden, doch der Versuch scheiterte schon Anfang des Jahres 1957, denn es fehlte den meisten das Geld für eine richtige Sportausrüstung.

Mit der Eröffnung des Freibades in Streichen wurde 1957 eine Schwimmabteilung ins Leben gerufen. Diese Abteilung, unter ihrem Leiter Wilhelm Götz, war sehr rege. Mit der Gründung der DLRG-Ortsgruppe Streichen im Jahr 1962 wurde die Abteilung dann sinnvoller Weise aufgelöst.

Mit der Einweihung des neuen Sportplatzes im „Flecken“ war 1959 ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte zu verzeichnen. Der neue Sportplatz im wurde eingeweiht (heutiges Hundsrückstadion). Viele Stunden freiwilliger Arbeitsleistung hatten die Vereinsmitglieder in den Jahren zuvor geleistet.  So entstand in der Ortsmitte ein Kleinod einer Sportanlage.

Mit dieser Sportanlage, sozusagen vor der Haustüre, erhielt der Verein, die Schule und damit die sportfreudige Jugend eine großzügig ausgebaute Anlage. Viel zu der neuen Sportanlage für Verein und Schule hatte der damalige „Schultes“ Walter Hetzel beigetragen. Schon bei der Einweihung wurde in der Presse geschrieben, dass dies nicht nur für den TV Streichen, sondern für die ganze Gemeinde ein Markstein im dörflich kulturellen Leben sei. Zusammen mit dem Freibad, dem später erstellten Kinderspielplatz und der Mini-Golfanlage der DLRG ist in der Zwischenzeit ein kleines Sport- und Freizeitzentrum entstanden.

Leider hielt der Effekt dieses kleinen Sportzentrums nicht all zu lange an. Zu Beginn der 60er Jahre verflachte das Vereinsleben. Die Anzahl der Turner wurde von Jahr zu Jahr geringer, der Handball hatte gar einen Stillstand zu verzeichnen, der Faustball wurde aufgelöst. Längere Zeit hielt das Fähnlein des Vereins nur das Kinder- und Frauenturnen, sowie ein wenig besuchtes Jedermannsturnen für Männer hoch. Da konnte auch die neue Schule mit ihrer Turnhalle wenig zu einer Erholung des Vereinslebens beitragen.

1966 übernahm Alwin Luppold den Vereinsvorsitz. 29 Jahre lang blieb Alwin Luppold dieser Funktion treu. Heute ist er unser Ehrenvorsitzender- als Vorstand und Zugpferd arbeitete er beharrlich zu Beginn seiner Vorstandszeit an der Aktivierung des Vereines.

Zu den Jedermannturnern gesellten sich wieder jüngere Sportler. Diese wollten Sport betreiben, aber nicht unbedingt Turnen. In der Turnhalle, wegen der geringen Größe auch „Bärenzwinger“ genannt, wurde immer öfter Handball trainiert.

1971 war es dann wieder so weit. Die Handballabteilung unter Regie ihres Abteilungsleiters Heinz Jenter wurde reaktiviert und eine Mannschaft für die Kleinfeldrunde gemeldet.

Die erste Runde brachte zwar wenig sportliche Erfolge mit sich, dafür wurde aber die Erkenntnis gewonnen, dass es doch weiter gehen kann. So wurde ab diesem Zeitpunkt in Streichen wieder im Handball gekämpft... und bis heute werden noch immer um Tore und Punkte gespielt. Wieder erlebte der Verein einen rasanten Aufschwung und eine neue Blütezeit. Sprunghaft wuchsen die Mitgliederzahlen von 63 im Jahr 1970 auf 125 im Jahr 1977 an. Dieser damals begonnene Trend zeigt bis heute steil nach oben.

Zu einer starken Kameradschaft innerhalb des Vereins trug auch das „Hüttle“ bei, wie unser kleines Sportheim genannt wird. Dieses wurde als Geräteschuppen in den 70er Jahren geplant und in Eigenregie gebaut. Natürlich durfte auch ein kleiner Bewirtungsteil nicht fehlen. In diesem wurde so manches Fest in den letzten 30 Jahren gefeiert.

Mit dem Wiederaufleben der Handballabteilung wurde auch die Jugendarbeit forciert. Die gute Arbeit der Trainer und Übungsleiter im Jugendbereich trugen langsam und beständig zu einem höheren Spielniveau und zu einer größeren Leistungsstärke der Handballer bei. Von der Kreisliga 3 wurde der Aufstieg in die Kreisliga 1 (heutige Bezirksliga) geschafft. Danach ging es steil nach oben. Höhepunkte waren dabei die Kreismeisterschaften (heute Bezirksliga) in den Jahren 1980 und 1981, sowie im gleichen Jahr der Kreispokal. 1981 stieg die 1. Mannschaft in die Landesliga auf und konnte sich dort über viele Jahre halten. Doch das Ziel sich auf einem der vorderen Tabellenplätze oder wenigstens im gesicherten Mittelfeld zu halten, gelang nicht (außer 1988 mit dem 6. Platz). Immer musste gegen den Abstieg gespielt werden, bis es dann 1989 zurück in die Bezirksliga ging.

Meistermannschaft Bezirksliga 1989/90

Neue Weichen mussten gestellt werden. Sollte der Wiederaufstieg geschafft werden, müsste der Verein seine finanziellen Mittel in Spieler und Trainer investieren. Oder soll mehr auf den Breitensport das Augenmerk gerichtet werden, mit dem Risiko, sportliches Ansehen zu verlieren? Hinzu kam eine nicht optimale Zuzugspolitik der früheren Stadtverwaltung. Mangel an Jugendlichen herrschte im Ort. Nur noch schwer gelang es den Verantwortlichen Jugendmannschaften für den Spielbetrieb zu melden. An Sponsoren waren im kleinen Streichen nur ganz wenige zu finden. Unter diesen Prämissen fiel die Entscheidung auf den Breitensport, ein finanzieller Ruin des Vereines durch Leistungssport wollten die Verantwortlichen vermeiden.

Dass die damals getroffenen Entscheidungen die Richtigen waren, das zeigen die letzten beiden Jahrzehnte. Die Stadtverwaltung lockerte den Zuzug von jungen Familien nach Streichen. Neue Baugebiete wurden erschlossen. Junge Familien zogen nach Streichen.

Gegen Ende des Jahrhunderts ging es mit dem Vereinsleben wieder mächtig aufwärts. Doch bis dahin musste so mancher Rückschlag hingenommen werden. Die Leistungsstärke des Handballes stagnierte, das Kinderturnen lies mangels Beteiligung stark nach. Gauturnfeste konnten wegen fehlendem Nachwuchs nicht mehr besucht werden.

Die Wende zeichnete sich ab 1988 im Turnbereich ab. Monika Wenk gelang es ab diesem Jahr immer wieder neue Kinder und Jugendliche zu finden. Vom Turnnachwuchs konnte etwas später auch der Handball wieder profitieren.

1995 übernahm Ernst Henle für 5 Jahre den Vorsitz und die Führung des Vereines. Es war die Zeit des vorerst letzten Umbruchs. Unter seiner Regie wurde das bestehende Angebot sukzessive ausgebaut.

Geschickt verstand es Ernst Henle immer wieder neue Mitarbeiter in die Führung des Vereins und seinen Abteilung einzubinden. Der Verein wurde immer größer, die sportlichen Angebote weiteten sich aus und die Mitgliederzahlen wuchsen mächtig an.

Das traditionelle Streichener Handballturnier (ununterbrochen seit 1973) steigerte den Bekanntheitsgrad des Vereins weit über die Kreisgrenzen hinaus.

Von 2000 bis 2006 war Karl-Hans Jenter der 1. Vorsitzende. An der vorgegebenen Leitlinie seines Vorgängers wurde wenig geändert. Die Aufgaben und Verantwortung innerhalb des Vereins wurden weiter delegiert, das „Wir sind der Verein“ wird noch mehr praktiziert.

Erstaunlicherweise hat der Verein in dieser Zeit sein Angebot noch einmal wesentlich gesteigert. Neue Gruppen wie Aerobic, Eltern-Kind-Turnen, Hip-Hop kamen hinzu. Für Jungs und Mädchen wird wieder Handball von den Minis und E-/D-Jugend angeboten. Junge Menschen engagieren sich in den vielen Gruppen als Übungsleiter.

 

Sportliche Leistungen der vergangenen 100 Jahre (ein kleiner Auszug)

 

1908 Gauturnfest in Winterlingen
Turner Johannes Jetter 1. Preis, Zögling Wilhem Eisele 5. Preis, Zögling Christian Leins 8. Preis
1909 Gauturnfest in Zillhausen
Turner Johannes Jetter, Lorbeer
1925 Gauturnfest Steinhofen
Zögling A Johannes Eisele 21. Preis, Zögling B Albert Götz 18. Preis
1926 Gauturnfest in Tailfingen
Zögling A Jakob Wissmann 18. Preis, Zögling A Christian Herter 20. Preis
1927 Gauturnfest in Truchtelfingen
Christian Herter 32. Preis, Zögling B Ludwig Wißmann 17. Preis, Unterstufe Johannes Eisele 21. Preis
1928 Gauturnfest in Balingen
Zögling A Wilhelm Luppold 9. Preis, Zögling A Hermann Rist 12. Preis
1929 Gauturnfest in Bisingen
Zögling A Wilhelm Luppold 7. Preis
1932 Waldlauf auf dem Hörnle
5000 m: Friedrich Didra 3. Preis, Jakob Wissmann 4. Preis,2000 m : Christian Leins 4. Preis
1932 Gauturnfest in Endingen
Zwölfkampf Unterstufe : Johannes Eisele 18. Preis, Wilhelm Luppold 19. Preis, Jakob Wissmann 22. Preis, Zehnkampf Jugend A: Wilhelm Wissmann 7. Preis, Alfred Luppold 12. Preis, 1500 m: Jakob Wissmann 3. Preis, Karl Schatz 4. Preis, Sechskampf Turner: Friedrich Didra 18. Preis
1933 Landestreffen in Tailfingen
3000 m: Friedrich Didra 4. Preis
1933 Waldläufe auf dem Lauenberg in Onstmettingen
2000 m Jugend B: Karl Schatz 1. Preis, Christian Leins 2. Preis, 4000 m A und B-Klasse : Friedrich Didra 1. Preis, Wilhelm Wissmann 6. Preis, Jakob Beck 7. Preis
1933 Gau-Gruppen-Sportfest in Bitz
Unterstufe 6-Kampf Geräte: Wilhelm Luppold 6. Preis, Johannes Eisele 7. Preis, Jakob Wissmann 17. Preis Volkstümlicher 5-Kampf: Freidrich Didra 21. Preis, Zöglinge B Karl Schatz 8. Preis
1937
1938

1949 Kreismeisterschaft Handball im Grossfeld
1952 Bei den Vergleichen in Steinhofen, Streichen und beim Gauturnfest in Tailfingen wurden insgesamt in der Altersklasse 14 Kränze, bei den Männern 17 Kränze und bei der Jugend 6 Sieger geholt.
1953-72 Leider sind in diesem Zeitraum keine Aufzeichungen über sportliche Erfolge erhalten geblieben. In diesem Zeitraum gingen die Vereinsaktivitäten stark zurück. Turnen und Leichtathletik sind im Aktivenbereich „eingeschlafen“. Auch der Handball hatte eine Pause von 1960 – 1971 eingelegt. Besucht wurden noch bis Ende der 80iger Jahre die Gaukinderturnfeste. Die Kinder konnten damals einige Erfolge verzeichnen. Trotz der vielen Kinder im Turnbereich werden seit längerem keine sportlichen Wettkämpfe mehr ausgetragen. Die nachfolgenden sportlichen Erfolge sind von der Handballabteilung.


Meisterschaften- und Pokalsiege Handball seit 1979
Herren
Kleinfeldmeister 1979 und 1981
Kreismeister 1981 und 1982
Bezirksmeister 1990
Bezirksklassenmeister 2001, 2011
Kreisliga 2 Meister 1989
Kreisliga 3 Meister 1996, 2017
Kreispokalsieger 1981, 1982 und 1987
Bezirkspokalsieger 1996
Jugend Kreismeister C-Jugend 1985
Kreismeister D-Jugend 1985
Bezirksmeister A-Jugend 1998, 2004
Kreismeister A-Jugend 1984

 

 

Quelle:  Texte und Zusammenstellung der Bilder von Karl-Hans Jenter